Anja-Kathrin Kalte-Metzler

Möglichkeiten zur Forderung für Legastheniker durch spezifisches Typedesign und Typografie unter Einsatz einer zielgruppengerechten App

Etwa fünf Millionen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland leiden aktuell an Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten. Diesen Menschen will ich helfen und fasste den Entschluss, eine digitale und zeitgemäße Lösung in Form einer App für SchülerInnen mit Legasthenie zu entwickeln, die auch LehrerInnen für den Unterricht nutzen können.Ich stellte mir die Frage, welchen Einfluss das Typedesign und die Typografie auf das Lese- und Rechtschreibeverhalten von Menschen mit Legasthenie haben.Dies wollte ich näher herausfinden und untersuchte die typografischen Aspekte hinsichtlich der auftretenden Symptome bei Legasthenikern. Das Hauptproblem von Menschen mit einer Lese- und Rechtschreibstörung ist, dass ihnen die Buchstaben beim Lesen vor ihren Augen verschwimmen oder eine Verdrehung, Verwechslung oder das Auslassen von Buchstaben stattfindet. Bereits im Jahr 2009 entwickelte der holländische Designer Christian Boer eine Schrift für Legastheniker mit geringem Leselevel,jedoch nur wenige kennen diese Schrift bis dato.Erstaunliche Ergebnisse brachte auch meine Umfrage bei Lehrkräften zu diesem Thema zutage. Es herrscht bei ihnen noch eine große thematische Unwissenheit, und es fehlen noch immer ausreichende Fördermaßnahmen für Legastheniker.Ich dachte zunächst darüber nach, warum es eigentlich für SchülerInnen mit Lese-Rechtschreibstörung keine einheitlichen Erstlesefibeln nur mit einer lesefreundlichen Schrift gibt. Für SchülerInnen mit höherem Leselevel entwarf ich die Schrift LexFont. Diese wird unter anderem in der von mir entwickelten App Lexverwendet. LexFont zeichnet sich durch eine größere Laufweite, längere Ober- und Unterlängen und einenoptischen Schwerpunkt aus, wodurch das legastheniebedingte Verdrehen von Buchstaben beim Lesenvermieden werden kann.Mit dieser App kann Text gescannt und in eine für Legastheniker lesefreundlichere Schrift durchgängig umgewandelt werden. Die App ist überwiegend in den Farbtönen blau und gelb gehalten, da es wissenschaftlich erwiesen ist, dass Menschen mit Leseschwierigkeiten blaue Schrift auf gelbem Hintergrund besser lesen können. Des Weiteren können LehrerInnen mit dieser App ihr Unterrichtsmaterial legasthenikerfreundlich vorbereiten und drucken. Auch die phonologische Bewusstheit kann durch Übungsaufgaben geschärft werden.Meine App Lex soll ein gezielter Alltagshelfer sein und SchülerInnen mit Legasthenie die Freude am Lesen,Schreiben und Lernen zurückbringen und fördern.

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Betreuer:
Prof. Karin Kaiser
Prof. Valentin Wormbs

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